08/10/2010:
Der Sommer 2010 macht Diskussionen rund um die globale Klimaerwärmung wieder aktuell: Eiskalte Winter und brennend-heiße Sommer sollen die Folge sein. Während effizientes Heizen während der kalten Jahreszeit für uns Routine geworden ist, sind Überlegungen zum richtigen Kühlen von Wohn- und Arbeitsräumen für Verbraucher noch Neuland. Aussteller auf der mitteldeutschen handwerksmesse haben diesen Trend erkannt und stellen sich darauf ein.
Vieles, was Häuslebauer und -besitzer an Haus und Wohnung tun können, ähnelt den Tipps für ein wärmeres Zuhause im Winter. Eine gute Dämmung beispielsweise schafft nicht nur ein behagliches Raumklima wenn es draußen kalt ist, sondern verhindert im Sommer auch eine Überhitzung. Wer seine eigenen vier Wände gerade plant, wird von Architekten und Bauunternehmen intensiv beraten. Für Käufer und Besitzer älterer Immobilien gibt es in puncto Dämmung viele Möglichkeiten zum Nachrüsten: vom neuen Thermo-Dach, das wie eine Art Außenrollo fürs Dach wirkt, über Holzfaserplatten für den Dachbereich, die Sommerhitze exzellent puffern können, bis hin zu speziellen Klinkerfassaden.
Neuer Mantel für alte Häuser: Klinkerfassaden
Massiv gemauert oder in Fertigbauweise errichtet, nagelneu oder schon in die Jahre gekommen - René Schneider aus Bad Schmiedeberg/OT Söllichau umhüllt jedes Haus mit einer schmutzabweisenden und dämmenden Klinkerfassade aus Polyurethan-Hartschaum. Der moderne Dämmstoff verzögert im Winter die Wärmeströmung von innen nach außen und im Sommer von außen nach innen deutlich. "Wenn Sie die Tapete verklinkerter Wände anfassen, spüren Sie das genau: die fühlt sich immer gleich wohl temperiert an", beschreibt der langjährige Aussteller der mitteldeutschen handwerksmesse. Der gelernte Maurer arbeitet gemeinsam mit Vater und Mutter in einem Familienbetrieb und bringt Kunden im gesamten Bundesgebiet die Vorteile der Böger Systemklinker® nah. Eine Farbpalette von über 30 Nuancen, mehrere Dicken und drei Platten-Größen sind nur einige. Der Clou: Die Montage ist so einfach, dass Bauherren sogar selbst Hand anlegen können. René Schneider: "Böger Systemklinker® werden völlig fundamentfrei und ohne umständliche Erdarbeiten angebracht. Das notwendige Werkzeug hat jeder Hobby-Handwerker im Keller".
Grün ja grün sind alle meine Mauern: Pflanzen kühlen
Die natürlich Alternative einer Außendämmung sind begrünte Fassaden. Am bekanntesten ist Efeu. Haben Kletterpflanzen erst mal ein gewisses Alter erreicht, umschließen sie die Hausfassade wie eine zweite Hülle. Das Luftpolster zwischen Blattwerk und Hauswand verhindert im Sommer ein unerwünschtes Aufheizen und die freigesetzte Verdunstungs-Feuchtigkeit kühlt zusätzlich. Im Winter wirken die Pflanzen wie eine zusätzliche Hülle, die die Wärme aus dem Inneren der Räume festhält. Begrünte Fassaden gleichen also jahreszeitlich bedingte Temperaturschwankungen aus und verringern deren Folgen für die Temperaturverhältnisse im Inneren.
Dunkel hält kühl: Rollläden als Temperaturregler
Solch eine grüne Fassade braucht Zeit. Oft vergehen Jahre, bis ein vollständiger Hitze- oder Kälteschutz gewährt werden kann. Für die Übergangzeit werden Sie im Handel fündig: Rollos, Vorhänge oder selbstklebende Folien - hier gibt’s vielfältige Produkte für den schnellen Hitzeschutz. Richtig angebracht und eingesetzt senken sie hohe Raumtemperaturen schnell auf ein erträgliches Maß. Besonders effektiv ist der Einbau fester, massiver Rollläden. Sind deren Außenflächen hell oder gar mit Metall beschichtet, reduzieren sie die Sonneneinstrahlung um mindestens 75 Prozent. Dank dieses "Schutzschildes" brauchen Sie auch nicht auf frische Luft zu verzichten: Viele kleine Öffnungen zwischen den einzelnen Lamellen sorgen bei gekippten Fenstern immer für eine kühle Brise.
Im Süden abgeguckt: Klimageräte
Klimaanlagen sind für viele Mitteleuropäer gute Bekannte aus südlichen Urlaubsländern. In unseren Breiten gelten sie allerdings eher als uneffektive Stromfresser. Vor allem mobile Geräte haben einen schlechten Ruf: Wenn die warme Raumluft mit einem Schlauch durch das geöffnete Fenster geleitet wird, strömt immer etwas warme Außenluft zurück. Wesentlich effektiver sind die sogenannten Split-Geräte mit Wärmepumpen-Funktion. "Die können sowohl heizen als auch kühlen", nennt Produktberaterin Anne Berndt von der GKK AG - Gottschalk / Klima / Kältetechnik einen wichtigen Vorteil, den das Unternehmen schon viele Jahre auf der HAUS-GARTEN-FREIZEIT, der Parallelmesse zur mitteldeutschen handwerksmesse, in den Mittelpunkt stellt. Anne Bernd: "Im Kühlbetrieb nimmt das Innengerät die Umgebungswärme auf und transportiert diese zum Außengerät. Der Heizvorgang funktioniert genau umgedreht." Vor allem in der Übergangszeit zwischen den warmen und den kühlen Monaten werde solch ein modernes Kühlgerät zum regelrechten Sparstrumpf, so die Expertin: "Während Ihre Heizungsanlage in den kalten Morgen- und Abendstunden ausgeschaltet bleibt, übernimmt die Klimaanlage den Heiz-Job."
(Quelle: Leipziger Messe)